Jazz – Von den Kneipen New Orleans’ in die weite Welt


Die Jazzmusik hat sich durch eine lange Zeit hinweg mehrfach stark im Stil verändert und sich in verschiedene Richtungen entwickelt, die zum Teil erheblich voneinander abweichen.

Die Entstehung und Geschichte
Die Jazzmusik hat ihren Ursprung in verschiedenen musikalischen Vorformen. Diese entstanden vor allem bei den seit dem 17. Jahrhundert aus Afrika nach Amerika verschleppten Menschen. Es lassen sich generell drei Vorformen nennen: Spirituals, Blues und Ragtime. Spirituals sind Lieder, deren Texte sich auf religiöse Erzählungen und Bibelstellen beziehen, welche mit dem Leben und den Problemen der Sänger verglichen werden, wie zum Beispiel “Joshua fit the battle of Jericho”. So wird den eigenen Sorgen und Ängsten Ausdruck verliehen und Trost im Glauben gefunden. Eine bekannte Interpretin von Spirituals ist Mahalia Jackson. Der Blues ist in seinem Ursprung mit dem Jazz eng verknüpft. Beide Musikstile beeinflussen sich auch heute noch und werden oft miteinander vermischt. Während bei Spirituals die Hoffnung ausgedrückt wird, ist der Blues eine Manifestation der Trauer und der Hoffnungslosigkeit über aktuelle Probleme. W.C. Handy ist der wohl bekannteste Bluesmusiker. Ragtime klingt zunächst einmal völlig anders als die vorher genannten Musikstile. Er ist in seiner Urform ein reines Klavierarrangement mit eigenen rhythmischen Besonderheiten. Berühmt sind vor allem Stücke wie “Maple Leaf Rag” und “The Entertainer”. Der Jazz übernahm Teile dieser Musikstile, welche aber auch unabhängig weiterexistierten.

Die Instrumente und Eigenheiten
Mit den Jahren haben sich die Stilmerkmale der Jazzmusik verändert und weiterentwickelt. Dies gilt auch für die verwendeten Instrumente. In so gut wie jeder Jazzband finden sich aber ein Kontrabass, ein Klavier, beliebige Blasinstrumente, wie Trompete und Klarinette, und Trommeln. Je nach Stil wird diese Besetzung noch um ein Banjo, eine Gitarre oder ein Horn erweitert. Modernere Ensembles greifen mittlerweile oft zu elektrischen Instrumenten. Allen Jazzrichtungen liegt das gemeinsame Augenmerk auf die Harmonie und die komplexe Rhythmik zugrunde. Je nach Stil ist die Musik mehr oder weniger von Improvisationen der einzelnen Musiker innerhalb der Band geprägt. Dabei wird vor allem auf den harmonischen Gesamtklang geachtet. Während die begleitenden Instrumente sich oft auf ein einfaches Akkordschema beschränken, ist der Solist vollkommen frei in der Gestaltung seines Parts. Er kann die Melodieabfolge persönlich prägen und greift dabei nicht zuletzt auf besondere Techniken, wie zum Beispiel eine absichtlich unsaubere Intonation und die aus dem Blues bekannten “Blue Notes” zurück. Gewöhnlich ist jedes Musikinstrument innerhalb der Band gleichgestellt und hat seinen Solopart, was das Hörerlebnis beim Jazz abwechslungsreich macht.

Die verschiedenen Stile und Künstler
Der erste richtig ausgebildete Jazz ist der New-Orleans-Jazz. Dieser zeichnet sich vor allem durch seine Gruppenimprovisation und seine dynamischen Rhythmen aus. Melodieinstrumente waren meist Kornett oder Trompete, die oft von einer Klarinette begleitet wurden. Berühmt wurde der Kornettist Buddy Bolden, indem er den Dixieland-Jazz entwickelte und damit weltweit bekannt wurde. Der wohl bekannteste Jazzmusiker ist Louis Armstrong. Er gab der Jazzmusik im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz neue Note, indem er die Improvisationen, die bisher nur innerhalb der vorgegebenen Melodie möglich waren, so ausweitete, dass innerhalb eines Stückes auf Basis von wenigen Grundakkorden völlig neue Melodiestränge entstanden. Weitere Jazzstile sind der Swing, der Bebop, der Bigband Stil und der Free Jazz.

Foto: Isaxar – Fotolia

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