Blues – Die Stilelemente des Bepops


Die Bezeichnung “Blues” ist eine Ableitung der englischen Phrase “I’ve got the Blues” – “Ich bin traurig” und hat sich seit 1910 auch namentlich durchgesetzt.

Die Entstehung und Geschichte

Den Blues gibt es schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Nordamerika und seit ungefähr 1920 in Europa. Er geht auf den Bluesgesang der in den Südstaaten der USA lebenden Afrikaner zurück, die durch ihre Texte versuchten auf ihre Probleme und Missstände in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Der Blues wurde zu Beginn vor allem von Sängerinnen wie Alberta Hunter und Bessie Smith bekannt gemacht. Als wichtigster Meilenstein für die Verbreitung und Weiterentwicklung des Blues kann jedoch der “St. Louis Blues” des Komponisten W.C. Handy im Jahre 1914 genannt werden. Seine Blues- Kompositionen für Sänger und Musiker waren die ersten, die niedergeschrieben und veröffentlicht wurden.

Die Instrumente und Eigenheiten

Die Besetzung eines klassischen Blues- Ensembles hat mit den Jahrzehnten einige Veränderungen mit sich gebracht. Das wohl wichtigste Instrument ist und war immer die Gitarre, welche in den 20er Jahren das Banjo ablöste. Modernere Bands verwenden statt einer Akustik- Gitarre gern eine E-Gitarre oder auch beides, um ein möglichst großes Klangspektrum zu erreichen. Genauso häufig wird man eine Mundharmonika in einem Blues- Ensemble finden. Sie ist sehr vielseitig und gibt den im Blues erwünschten verzerrten Klang optimal wieder. Beide Instrumente – Gitarre und Mundharmonika – wurden nicht nur zur Begleitung, sondern auch oftmals als Melodie- Instrumente eingesetzt. Ein wenig an Bedeutung verloren hat das Klavier. Zu Beginn der Stilrichtung war es ein fester Bestandteil der Band, während es heute nur noch selten besetzt wird. Ein Schlagzeug gibt es in Bluesbands erst seit dem zweiten Weltkrieg. Vorher wurde die ganze Rhythmusarbeit von einem Kontrabass übernommen, welcher heute oft durch einen E-Bass ersetzt wird. Andere Instrumente, wie zum Beispiel Blasinstrumente, kommen selten vor und haben keine große Bedeutung. Der Gesang gleicht heute noch dem ursprünglichen Blues- Gesang und zeichnet sich vor allem durch seine betonten Emotionen und seine Freiheit im Stil aus. Es gibt keine festen Vorschriften, wie Blues gesungen werden soll. Wichtig ist, dass das Gefühl vermittelt wird. Was Melodie und Rhythmus angeht, ist der Blues hingegen sehr klar durch die sogenannte Bluesformel definiert: Diese gibt vor, dass der Text in drei Teile mit jeweils vier Takten geteilt ist. Die zweite Liedzeile jeder Strophe ist jeweils die Wiederholung der ersten, während die dritte Zeile etwas Neues aufgreift. Darauf folgt ein Instrumentalteil. Die Akkordfolge ist ebenfalls vorgegeben, ebenso wie eine spezielle Bluestonleiter, die die so genannten “Blue Notes” enthält.

Die verschiedenen Stile und Künstler

Der Blues beeinflusste nicht nur einige andere Musikstile wie den Jazz und den Rock, sondern zog auch eine ganze Reihe von untergeordneten Stilen nach sich, wie zum Beispiel den Female Blues, den Soul, den Jumpblues und den Countryblues. In einigen Städten der USA entstanden außerdem regionale Stilrichtungen. Hier ist vor allem der Delta- Blues, der Memphis- Blues und der Westcoast- Blues zu nennen, die zum Teil heute noch bekannt sind und gespielt werden. Bekannte Bluessänger sind Walter Davis, Eva Taylor und Billie Holiday.

Foto: IGRIK – Fotolia

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